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Fachgruppe Finanzpsychologie im BDP
Fachgruppe Finanzpsychologie im BDP Rückblick – Juli 2010: Aktuelle Forschungsarbeit zum Thema „Kaufsucht“ „Unkontrolliertes und süchtiges Kaufverhalten in Deutschland – Wen interessiert die Wirtschaftskrise?“ Zum vergangenen Workshop der Fachgruppe für Finanzpsychologie kamen sieben Personen mit unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten und psychologischen Schwerpunkten, aber mit dem gemeinsamen Interesse an der Finanzpsychologie zusammen. Schon in den 80er Jahren begann Prof. Dr. Gerhard Raab (FH Ludwigshafen) die intensive Erforschung des Phänomens „Kaufsucht“. Im Rahmen des Zusammentreffens der Fachgruppe stellte er seine Forschungsarbeit vor. Prof. Raab gab den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, das von ihm entwickelte Instrument SKSK, - ein Sceening-Verfahren zur Erhebung von kompensatorischem und süchtigem Kaufverhalten - kennen zu lernen. Kaufsucht findet ihren Ursprung bereits im 18. Jahrhundert durch die Forschung Emil Kraepelins auf dem Gebiet der Oniomanie (Kaufzwang, pathologisches Kaufen). Der Kern von/der „Kaufsucht“ liegt meist in einem geringen Selbstwert oder Depression, vor allem Frauen sind von davon betroffen. Die Kriterien für eine Diagnose sind ein innerer Drang/Zwang etwas zu kaufen, der Kontrollverlust, eine Toleranzentwicklung (Dosissteigerung) und das Auftreten von Entzugserscheinungen. In einem Feldversuch unter einzigartigen Bedingungen, dem Vergleich von Ost- und Westdeutschland zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung und zehn Jahre später, zeigt Prof. Dr. Gerhard Raab den enormen Einfluss der Umwelt auf das Kaufverhalten. Im Jahr 1991 waren die Mittelwerte im SKSK in Ostdeutschland noch deutlich geringer als die Westdeutschlands, da kaum externe Einflüsse, wie beispielsweise Werbung, vorhanden waren. Zehn Jahre später sind diese nahezu identisch. Als Folge der Wirtschaftskrise sind die Mittelwerte im SKSK bei „normalen“ (unauffälligen) Menschen gesunken. Nahezu unverändert blieben die Werte von „süchtigen“, da rationale Faktoren für das Verhalten Süchtiger nicht ausschlaggebend sind. In einer Untersuchung der neurologischen bzw. biologischen Ursachen mittels einer fMRT (funktionelle Magnetresonanzthomographie) konnte Prof. Dr. Gerhard Raab aufzeigen, dass bei süchtigen im Vergleich zu unauffälligen Personen eine höhere Aktivität im Nucleus Accumbens (Belohnungssystem) und eine geringere Aktivität in der Insula (Bestrafung) auftritt. Dies führt zu einem verstärkten Verlangen zum Kaufen und geringerem Verlustempfinden für Geld. Die zentralen Aufgaben für die Zukunft sieht Prof. Dr. Gerhard Raab in der weiteren Erforschung der Ursachen, der Entwicklung präventiver Maßnahmen und der Anerkennung der „Kaufsucht“ als Krankheit. Im Anschluss an den aufschlussreichen Vortrag erfolgte eine anregende Diskussionsrunde mit Fragestellungen, wie beispielsweise:
Ausblick – nächstes Treffen am Freitag, den 17. September 2010: Fachgruppe „Finanzpsychologie“ – ein Thema für Psychologen aller Fachrichtungen. Das nächste Treffen der Fachgruppe findet am Freitag, den 17. September 2010 von 15 bis 17 Uhr statt. Die Themen: 7 Kernkompetenzen erfolgreicher Portfoliomanager – (Monika Müller) und Das Finanzpsychologie - Wiki mit Leben füllen (Anita Mosch) Der Ort: FCM Finanz Coaching, Gustav-Freytag-Str.9, Wiesbaden, Tel. 0611/20 47 298. Anmeldung bis Mittwoch, den 15. September bei Monika Müller unter office@fcm-coaching.de. Mehr zum Inhalt und den vorangegangenen Treffen finden Sie hier auf der Homepage der Fachgruppe Finanzpsychologie: http://www.bdp-wirtschaftspsychologie.de/die_sektion/fach/finanz.html Monika Müller Ihre Fachgruppenleiterin
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